Häufige Fragen zur Kaufsucht

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Die Kapitalisten werden uns noch die Galgen verkaufen, mit denen wir uns erhängen!

Wladimir Iljitsch Lenin

Was ist Kaufsucht?

Es ist der innere Zwang, kaufen zu müssen, die ständige Wiederholung der Kaufhandlung. Suchtkriterien sind: Kontrollverlust, Zwang zur Wiederholung, Dosissteigerung, Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern, innere Unruhe, Depressionen. Hinzukommen Schuldgefühle, dass man sich nicht im Griff hat. Durch die mit dem zwanghaften Kaufen verbundenen Geldausgaben kommt es häufig zu hohen Schulden, Partnerschafts- und Arbeitsplatzproblemen.

Anfangs glaubt der Süchtige, durch materielle Dinge Anerkennung zu finden. Später löst nur noch das Kaufen selbst kurze Glücksmomente aus - das Gefühl, wichtig zu sein. Danach folgt der Absturz in tiefe Depressionen und Schuldgefühle. Der Süchtige lügt und kapselt sich ab.

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Wie entsteht eine Kaufsucht?

Hinter der Kaufsucht verbergen sich unterschiedliche Ursachen: Ängste, Depressionen, innere Leere, geringes Selbstwertgefühl und Minderwertigkeitsgefühle. Das Kaufen ist der Versuch, diese Gefühle in den Griff zu bekommen. Der Betroffene kommt in einen Teufelskreis: Der Drang nach Anerkennung und Selbstdarstellung oder Gefühle wie Ärger und Stress verführen zum Kaufen. Das Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen und Depressionen. Diese Gefühle versuchen Betroffene dann wieder mit Käufen zu besänftigen.

Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung und Anerkennung, Mangel an Liebe und Geborgenheit. Betroffene mussten sich die Zuwendung der Eltern verdienen, durften Gefühle nicht frei äußern. Sie haben erlebt, dass sie als Person nicht wichtig sind. Als Entschädigung gab es sozusagen Spielzeug. Als Erwachsene haben sie nicht gelernt, sich selbst ein gesundes Selbstwertgefühl zu verschaffen.

Manche Menschen haben als Kind auch unter materieller Entbehrung gelitten und werden aus diesem Mangelempfinden heraus kaufsüchtig. Der Kauf bedeutet einen Ersatz an Zuwendung. Kaufsuchtkranke haben nicht gelernt, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen. Probleme in der Familie, Sorgen um den Arbeitsplatz oder Einsamkeit werden mit Kaufen verdrängt. Besonders Frauen wollen mit dem Kaufen von Kleidung, Make-up und Schmuck ihre Unzufriedenheit mit ihrem Äußern bekämpfen - Männer häufen eher technische Geräte, wie Kameras und Computer, an.

Auch gesellschaftliche Bedingungen spielen eine Rolle: Das Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird gefördert. Scheckkarten erleichtern das Geldausgeben ebenso wie Bestellungen über den Katalog oder das Internet

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Wie merkt man, dass man kaufsüchtig ist?

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Wer ist betroffen?

60 Prozent sind Frauen, vor allem jüngere Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Sucht geht durch alle Schichten. Nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim sind 9 Prozent der Bundesbürger kaufsüchtig, und 23 Prozent stark kaufsuchtgefährdet. Betroffene haben ein schwaches Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und neigen zu Depressionen.

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Worin besteht der eigentliche Kick?

Die Formel heißt: Ich kaufe, also bin ich. Kaufen vermittelt das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Beim Kaufen erlebt der Betroffene, beachtet und umworben zu werden. Er fühlt sich kurzfristig aufgewertet, sein Selbstwertgefühl steigt. Die Stimmung hellt sich kurzfristig auf wie bei einer Droge oder das Kaufen wirkt als Beruhigung. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt. Es entsteht der Eindruck, Kontrolle über das Leben zu haben.

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Sind Kaufsucht, zwanghaftes Geldausgeben und Verschwendungssucht dasselbe?

Die Grenze zwischen Kaufrausch und dem Zwang zum Kaufen sind fließend. Viele Menschen gehen ab und zu zum Einkaufen, um sich zu trösten, kaufen aus Lust, Unzufriedenheit (Frustkäufe) oder Langeweile. Solange dies nur anfallsweise auftritt, besteht keine Sucht. Es ist eher ein Kaufrausch oder eine Kauflust.

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Wie pflegen Kaufsüchtige ihre Kaufsucht zu begründen/verschleiern?

Vor sich und anderen sagen sie: "Es sind nur Sonderangebote. Ich habe viel Geld gespart. Das Geld ist selbstverdient. Niemand braucht mir Vorschriften zu machen. Schulden mache ich keine. Ich habe Kontrolle darüber. Ich wollte nur mal bummeln und schauen gehen. Dafür spare ich jetzt in nächster Zeit. Viele verstecken Ihre Einkäufe oder verschenken sie auch".

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Neigen Kaufsüchtige auch zu anderen Süchten?

Ja, wenn man Kaufsüchtigen die Möglichkeit nimmt, einkaufen zu gehen und die Ursachen (s.o.) nicht beseitigt, werden sie sich ein anderes Suchtverhalten zulegen.

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Was kann man tun, um der Kaufsucht Einhalt zu gebieten?

Die Entwöhnung kann manchmal aus eigenen Kräften geschafft werden. Oft verschwindet der Kaufzwang, wenn die Ursachen beseitigt sind wie etwa: frustrierende Arbeitsbedingungen, schwierige Beziehung, Konflikte mit den Eltern.

Die Leitfrage lautet dabei: Was brauche ich wirklich? Was fehlt mir? Zuwendung, Selbstbewusstsein, eine sinnvolle Aufgabe? Wie kann ich es bekommen, ohne den Umweg über das Kaufen zu nehmen? Auf jeden Fall muss man sich zuerst eingestehen, dass man süchtig ist.

Leichter ist es, mit psychotherapeutischer Unterstützung oder einer Selbsthilfegruppe die Kaufsucht zu überwinden. Gefährdete sollten die Kreditkarte abschaffen, nur mit Einkaufszettel in den Supermarkt gehen, Spontankäufe vermeiden, den Dispositionskredit herabsetzen, nur in Begleitung einkaufen. Hilfreich ist es auch, Sachen zurückhängen zu lassen und die Kaufentscheidung nochmals zu überschlafen.

Wie bei jedem Suchtverhalten ist der Weg zweigleisig:
1. Unterbrechen des Suchtverhaltens
2. die Ursachen des Suchtverhaltens beseitigen durch z.B.:
- Erarbeitung eines gesunden Selbstwertgefühls
- Erlernen von Konfliktlösestrategien
- Aufbau von Interessen
- Erlernen von Selbstbehauptungsstrategie

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