Wenn du kaufst, was du nicht brauchst, wirst du bald verkaufen müssen, was du brauchst.
Kaufsucht
Die Kaufsucht (fachspr.Oniomanie, von griech.onios = „zu verkaufen“; engl. shopaholism ; auch Kaufwahn, Kaufzwang, Noemie) ist eine psychische Störung, die sich als zwanghaftes, episodisches Kaufen von Waren und Dienstleistungen äußert. Sie wird ähnlich wie die Spielsucht
oder die Arbeitssucht
nicht als eigenständige Krankheit gesehen, sondern zu den Zwangsstörungen
gerechnet , manchmal auch zu den Impulskontrollstörungen
. Sie war bereits 1909 in der ersten Auflage des Lehrbuches von Emil Kraepelin enthalten.
Ausprägung
Für die psychiatrische Diagnose ist wesentlich, dass nicht mehr der Besitz der Güter Handlungsziel ist, sondern die Befreiung von einem imperativen Drang durch die Kaufhandlung selbst. Die Sinnlosigkeit des Handelns ist den Kaufsüchtigen (engl. shopaholics) klar, insofern unterscheidet sich die Kaufsucht vom Konsumismus.
Willensanstrengungen („Zusammenreißen“) helfen gleichwohl nicht. Wird der/die Betroffene an der Kaufhandlung gehindert, kommt es zu Entzugserscheinungen, etwa in Form vegetativer Erregung. Meist wird eine bestimmte Warengruppe (z. B. Schuhe) bevorzugt. Die weit über den Bedarf hinaus gekauften Gegenstände werden oft unausgepackt in der Wohnung gelagert oder gar weggeworfen.
Die Schätzungen der Erkrankungshäufigkeit in Industrienationen liegen bei ca. 1 Prozent der Bevölkerung. In der Bundesrepublik Deutschland waren einer Studie zufolge sogar 5 Prozent betroffen, davon 90 Prozent Frauen. [1] Eine spätere Studie im Jahre 2006 der Universität Stanford
zeigte mit 48 Prozent Männeranteil eine ausgewogene Statistik.
Behandlung
Die Behandlung basiert in der Regel auf Verhaltenstherapie
und sozialen Hilfen. Vor allem in den Vereinigten Staaten werden regelmäßig Psychopharmaka (Antidepressiva)
eingesetzt.
Ursachen
Der Kaufsucht liegt eine Persönlichkeitsstörung zugrunde, die nach Ansicht der meisten Autoren durch ein vermindertes Selbstwertgefühl gekennzeichnet ist. Negative Gefühle und Frustrationen sollen dabei verdrängt werden.
Folgen
Nach längerem Verlauf treten Ängste, Schuldgefühle und Depressionen hinzu, die durch die unweigerlich eintretenden finanziellen Probleme verschärft werden. Aus einer oft jahre- und jahrzehntelang anhaltenden Kaufsucht entstehen verheerende Folgen: meistens Überschuldung oder die komplette Insolvenz. Manche Betroffenen versuchen diese mit illegalen Taten wie Diebstahl
oder Unterschlagung von Geld zu verhindern.
Quelle:
Wikipedia


Benjamin Franklin

