Um die Volksgesundheit zu fördern, ist der Pharmaindustrie kein Mittel zu teuer.
Anzeichen für eine Medikamentenabhängigkeit
Wann ist jemand von Arzneimittel abhängig?
Folgende Symptome deuten darauf hin:
-
Das Arzneimittel wird in höherer Dosierung oder länger eingenommen als geplant oder verordnet. Der Rahmen der ärztlichen Verordnung wird also überschritten.
-
Der Patient wünscht sich, den Tablettenkonsum zu reduzieren oder zu beenden und hat bereits einen oder mehrere erfolglose Versuch unternommen.
-
Das Medikament wird ohne Rücksicht auf mögliche Nebenwirkungen wie Nierenschäden oder Gefahren wie verminderte Reaktionsfähigkeit eingenommen.
-
Erheblicher Zeitaufwand: Es ist aufwändig, die Substanz zu bekommen. Es müssen mehrere Ärzte oder Apotheken aufgesucht werden oder es wird viel Zeit damit verbracht, sich dösend von der Wirkung zu erholen.
-
Es hat sich eine ausgeprägte körperliche Toleranz entwickelt, es müssen immer größere Dosierungen eingenommen werden.
-
Bei nachlassender Wirkung kommt es zu Entzugssymptomen wie Schwindel oder Übelkeit. Die Entzugserscheinungen führen dazu, dass erneut diese Medikamente eingenommen werden.
-
Soziale oder berufliche Aktivitäten werden aufgegeben oder eingeschränkt, weil sie wegen des Arzneimittelkonsums nicht mehr möglich sind.
-
Der Konsum wird fortgesetzt oder gesteigert, obwohl die Folgeschäden bekannt sind und immer deutlicher zutage treten.
-
Ein Zeichen für Fachleute ist es auch, wenn sich ein Laie auffallend gut mit der Arzneimittelklasse auskennt, also verschiedene Handelsnamen, Wirkstärken und alternative Wirkstoffe benennen kann.
Ein von
Dr. Ursula Sellerberg
überarbeitetes Referat der
Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände


Dr. Gerhard Kocher

