Häufige Fragen zu einer gesunden Ernährung
- Ist Rohmilch gesünder als behandelte Milch?

- Ist Lammfleisch gesünder als anderes Fleisch?

- Hilft Knäckebrot beim Schlankwerden?

- Was steckt Im Reis?

- Ist Seefisch mit Schadstoffen belastet?

- Enthalten Zuchtfische weniger Schadstoffe?

- Wann ist ein Fisch schlecht?

- Wie bewahre ich Fisch am besten auf?

- Kann man von Rohkost Blähungen bekommen?

- Ist Müsli wirklich so gesund?

- Warum darf man grüne Bohnen nicht roh essen?

- Ist Brot wirklich ein "Dickmacher"?

- Was sind "alternative" Lebensmittel?

- Was sind Ballaststoffe?

- Ist Honig vorteilhaft?

- Sind probiotische Joghurts wirklich gesünder als andere?

- Besteht beim Gebrauch von Gelatine BSE-Gefahr?

- Bewusstsein für gesundes Essen kann krank machen!

- Denken Sie drei Stunden lang über Ihre Ernährung nach?

Ist Rohmilch gesünder als behandelte Milch?
Rohmilch ist weder erhitzt noch in der Molkerei behandelt worden und darf ab Hof nur unter besonderen Hygienevorkehrungen abgegeben werden. Sie muss vor dem Genuss unbedingt abgekocht werden. Kleinkinder und Schwangere sollten wegen des Keimgehaltes ganz darauf verzichten. .
Ist Lammfleisch gesünder als anderes Fleisch?
Das Lammfleisch enthält im reinen Muskelfleisch 20 Prozent Eiweiß mit vielen lebenswichtigen Aminosäuren. Außerdem ist es reich an Magnesium, Kalium sowie den Spurenelementen Eisen und Zink. Allerdings ist auch der Fettanteil höher als bei anderen Fleischsorten. Im Grunde genommen ist es weder gesünder noch ungesünder als Rind- oder Schweinefleisch.
Hilft Knäckebrot beim Schlankwerden?
Kaum! Knäckebrot ist durch ein Spezialverfahren getrocknet und die Nährstoffe sind darin konzentrierter. So sind mehr Kalorien darin versteckt als im Vollkornbrot. .
Was steckt Im Reis?
Reis hat im Vergleich zu anderen Getreidesorten nur einen durchschnittlichen Gehalt an Mineralien sowie Kohlenhydraten und weist weniger Eiweiß auf. Dafür stecken in 100 g Reis sechs Milligramm des Vitalstoffs Niacin. Dieses Vitamin B 3 hemmt den Fettstoffwechsel und sorgt dafür, dass weniger Cholesterin in den Blutkreislauf gelangt. .
Ist Seefisch mit Schadstoffen belastet?
Immer noch fließen Abwässer ungeklärt ins Meer und verschmutzen so das Wasser mit Schwermetallen wie Blei und Kadmium sowie Rückständen aus Herbiziden und Pestiziden. Auch das giftige Dioxin ist hin und wieder in Fischen zu finden. Doch die Belastung liegt unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenzen. Ernährungswissenschaftler empfehlen zwar häufiges Fischessen, doch Schwangere sollten auf den Verzehr von rohem Fisch verzichten und die stärker mit Quecksilber belasteten Arten wie Hai, Aal, Heilbutt und Thunfisch sogar ganz meiden. .
Enthalten Zuchtfische weniger Schadstoffe?
Werden sie in sauberem Wasser aufgezogen und gehalten, sind Teichfische wie Karpfen, Hecht, Wels, Zander oder Schleie weniger belastet als Fische aus dem Meer. .
Wann ist ein Fisch schlecht?
Fisch ist sehr eiweißhaltig und wenn er nicht ständig auf Eis gelagert wird, setzt sehr schnell ein Fäulnisprozess ein. Das Fleisch wird weich, die Kiemen färben sich bräunlich bis dunkelrot, die Augen werden trüb und fallen ein. Der Fisch beginnt unangenehm zu riechen.
Wie bewahre ich Fisch am besten auf?
Möglichst gar nicht! Frischer Fisch sollte noch am Tag des Erwerbs zubereitet werden. Zumindest aber muss er kühl gelagert werden. Im Kühlschrank darf er maximal zwei Tage liegen. Tiefgefrorene Ware hält sich bis zu fünf Monaten. .
Kann man von Rohkost Blähungen bekommen?
Rohkost, besonders von Kohlgemüse und Zwiebeln, enthält sehr viele wasserlösliche Ballaststoffe. Wenn sie durch Bakterien im Darm abgebaut werden, entstehen Gase, die zu un angenehmen Blähungen führen. Schnelle Abhilfe schaffen Tees aus Fenchel, Kamille und Anis. .
Ist Müsli wirklich so gesund?
Wie gesund ein Müsli ist, hängt ganz von seiner Zusammensetzung ab. Am gesündesten ist eine selbst zubereitete Mischung aus vollem Korn ohne Zucker und ohne geschwefelte Trockenfrüchte. Einfach mit Milch oder Joghurt und frischem Obst mixen. Da ist alles drin, was der Körper braucht. .
Warum darf man grüne Bohnen nicht roh essen?
Rohe grüne Bohnen enthalten ein Gift (Phasin), das erst unter Hitzeeinwirkung zerfällt und unwirksam wird. Deshalb sollte dieses Gemüse immer zwölf bis 15 Minuten in wenig Wasser gegart werden. Phasin ist ein giftiges Glycosid, ein Eiweiß in Hülsenfrüchten. Beim Erhitzen zerfällt das Eiweiß so dass die Hülsenfrüchten (beispielsweise Bohnen) genießbar werden. .
Ist Brot wirklich ein "Dickmacher"?
Das kann man von unserem Brot mit nur vier Prozent Fettgehalt nun gewiss nicht behaupten. Dick macht nur, was wir aufs Brot tun. Fetthaltige Beläge wie Schmalz, Butter, Wurst und Käse wiegen schwer. Wer sich gesund ernähren will, belegt eine dicke Schnitte Vollkornbrot mit Tomaten-, Gurken- oder Radieschenscheiben. .
Was sind "alternative" Lebensmittel?
Häufig versteht man darunter in erster Linie Erzeugnisse aus biologischem bzw. ökologischem Anbau. Produkte also, die ohne "Chemie" hergestellt wurden. Man rechnet aber auch Lebensmittel, die wenig oder keine Zusatzmittel enthalten, und Getreidekörner sowie Vollkornerzeugnisse dazu.
Was sind Ballaststoffe?
Heute bezeichnet man sie auch als Faserstoffe. Definiert werden sie als Nahrungsbestandteile pflanzlicher Herkunft, die unserer Verdauung widerstehen. Ballaststoffe passieren den ganzen Weg der Verdauung - angefangen vom Mundspeichel bis hin zum Dickdarm -, ohne dabei "chemische Schrammen" davonzutragen. Im Dickdarm werden die Faserstoffe zwar noch teilweise von Bakterien zerlegt, aber für eine Aufnahme in den Körper ist es dann bereits zu spät. Daher gehören Ballaststoffe eigentlich gar nicht zur Ernährung, weil sie ja vom Körper nicht aufgenommen werden. Trotzdem sind sie für die Erhaltung der Gesundheit unentbehrlich. Sie regen die Vermehrung der Nutzbakterien im Dickdarm an und senken seinen Säuregehalt. Das vermindert das Risiko, an Geschwüren und Krebs zu erkranken. Außerdem sind sie Träger von wichtigen Vitaminen. Die Wissenschaftler empfehlen darum jedem, täglich etwa 30 g Ballaststoffe zu sich zu nehmen.
Ist Honig vorteilhaft?
Honig ist ein beliebter Brotbelag und eignet sich auch gut zum Süßen von Desserts, Kuchen und Gebäck. Er besteht zu 80 Prozent aus Zucker. Die geringen Spuren an Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen machen ihn nicht empfehlenswerter als Zucker. Honig sollte nicht in großen Mengen genossen werden.
Sind probiotische Joghurts wirklich gesünder als andere?
Eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit ist noch umstritten. Probiotische Kulturen sind spezielle Arten von Milchsäurebakterien, die auch in der normalen Darmflora des Menschen zu finden sind. Sie sollen einen positiven Einfluss auf Darmflora und Immunsystem haben und die Verdauung fördern. Nach einer Antibiotikabehandlung können sie die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen.
Besteht beim Gebrauch von Gelatine BSE-Gefahr?
Der Großteil der im Handel angebotenen Gelatine wird aus Schweineschwarten gewonnen, nur etwa zehn Prozent stammen vom Rind. Gelatine wird bei der Herstellung so stark mit Laugen behandelt, dass selbst mögliche Erreger auf ein Milliardstel reduziert würden. Somit kann das BSE-Risiko als äußerst gering eingeschätzt werden. Wer jedoch ganz sichergehen will, verwendet alternative Dickungsmittel wie z. B. Agar-Agar
Bewusstsein für gesundes Essen kann krank machen!
Zum Schluss möchte ich unbedingt auf eine zunehmend festzustellende neue Form der Essstörung in diesem Zusammenhang hinweisen, die man „Orthorexie“ nennt! Die Betroffenen entwickeln eine Besessenheit für eine gesundheitsfördernde Ernährung. Inzwischen stellte sich bei verschiedenen Studien heraus, dass diese Art der Essstörung in den letzten Jahren bedenkliche Ausmaße angenommen hat. Die als "Orthorexie" oder "Orthorexia nervosa" (von griechisch "orthos" = richtig und "orexis" = Appetit) bezeichnete Erkrankung kann sich aus extremem Verlangen nach einer gesunden Ernährung entwickeln Die von Orthorexia nervosa Betroffenen nehmen mehr und mehr eigenen Essgewohnheiten an. Sie entwickeln aus den selbst auferlegten Ernährungsvorschriften einen ganz eigenen Diätplan, dem sie akribisch folgen und planen ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus. Das geht soweit, dass sie zu Einladungen eine Art "Überlebensration" ihrer eigenen Lebensmittel mitnehmen, da sie aus Furcht vor Fett, Chemikalien oder anderen speziellen Phobien die angebotenen Speisen nicht essen mögen oder nicht mehr essen können. Es wird eine Menge Kraft aufgewendet, die eigenen, sich selbst auferlegten, Regeln einzuhalten. Orthorektiker haben ein hohes Selbstgerechtigkeitsgefühl und fühlen sich anderen, die sich nicht im gleichen Maße selbst kontrollieren, überlegen. Dr. Steve Bratman, der die Orthorexie 1997 als erster beschrieb, sagt dazu: "Jemand, der den ganzen Tag nur Tofu und Quinoa-Kekse isst, kann sich so heilig fühlen wie jemand, der sein Leben der Unterstützung von Obdachlosen gewidmet hat". Erliegen diese Menschen aber ab und zu dem Verlangen nach dem „verbotenen“ Essen, fühlen sie sich sehr schuldig. In der Folge bestrafen sie sich mit immer strikteren Essensregeln. Dieses Verhalten ähnelt dem von Mager- oder Fettsüchtigen, nur dass bei Othorektikern allein die angenommene Qualität der Lebensmittel wichtig ist. Hier ein Test, man nennt ihn den „Bratman – Test, für Orthorexie:
Denken Sie drei Stunden lang über Ihre Ernährung nach? Planen Sie Ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus?
- Ist Ihnen der ernährungsphysiologische Wert ihrer Mahlzeit wichtiger als die Freude an deren Verzehr?
- Hat die Steigerung der Lebensmittelqualität zu einer Minderung Ihrer Lebensqualität geführt?
- Sind Sie in letzter Zeit mit sich strenger geworden?
- Steigert gesunde Ernährung Ihr Selbstwertgefühl?
- Verzichten Sie auf Lebensmittel, die Sie früher gern aßen? Schrecken Ihre Essgewohnheiten Freunde/Familie ab
- Fühlen Sie sich beim Abweichen von Ihrer Diät schuldig?
- Sind Sie glücklich, wenn Sie sich gesund ernähren?
Vier- oder fünfmal Ja: Seien Sie gelassener in Bezug auf Ihre Ernährung
Ja bei allen Fragen: Orthorexie. Eine gesündere Ernährung sollte einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben, ohne die Freuden des Lebens und der Geselligkeit bei Tisch einzuschränken.



