Wenn man nüchtern ist sollte man tun, was man angekündigt hatte als man betrunken war. Das lehrt einen das Maul zu halten.
Ursachen des Alkoholismus
Individuelle und familiäre Ursachen
Die Hauptursache für die Erkrankung scheint in der psychosozialen Entwicklung zu liegen. Alkohol – und Drogen allgemein – werden häufig zum Abbau innerer Spannungen eingesetzt. Ein Grund für Spannungen entsteht, wenn das Selbstbild eines Menschen (etwa besonders männlich oder erfolgreich zu sein) durch gegenteilige Erfahrungen in der Realität gefährdet wird. Drogenkonsum ist daher häufig bei Menschen zu beobachten, die dem narzisstischen
Persönlichkeitstypus entsprechen.
Allerdings werden auch genetisch verursachte Unterschiede diskutiert, etwa im Alkoholabbau (Effizienz der Alkoholdehydrogenase)
oder im Neurotransmitterstoffwechsel des Gehirns. Grundsätzlich muss wohl – wie bei vielen psychischen Erkrankungen – von einer multifaktoriellen Entstehung ausgegangen werden, die auch von der so genannten Vulnerabilität
(psychischen Verletzlichkeit) des Einzelnen abhängt.
Erbliche Faktoren spielen in vielen Fällen eine entscheidende Rolle. Viele Alkoholiker haben oder hatten bereits Suchtkranke in der Familie. Wissenschaftler und Ärzte sind sich jedoch nicht schlüssig, ob das Suchtverhalten in diesen Fällen wirklich vererbt oder eher erlernt/abgeguckt ist. Einige Studien (vor allem an Zwillingen) lassen jedoch vermuten, dass die Vererbung eines erhöhten Suchtpotentials wahrscheinlich ist.
Neuere Untersuchungen gehen von einer 50- bis 60-prozentigen genetischen Disposition aus. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) teilten in der Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ mit, dass Untersuchungen zufolge zwei Mutationen im CRHR1-Gen die Anfälligkeit zum gesteigerten Alkoholkonsum beeinflussen. Dieses Gen ist für ein Protein verantwortlich, welches bei der Verarbeitung von Stress und der Steuerung von Gefühlen eine Rolle spielt. Das Risiko der Erkrankung von Kindern, die getrennt von ihren alkoholkranken Eltern aufwuchsen, ist immer noch drei- bis viermal höher als das von Kindern nicht alkoholkranker Eltern. Eine Veränderung des MAOA-Gens scheint mit Alkoholismus, Drogenmissbrauch und antisozialem Verhalten in Verbindung zu stehen
Die Probleme eines Alkoholkranken werden oft vom Lebenspartner und von der ganzen Familie mitgetragen oder kompensiert. Einerseits gewinnen sie aus ihrer Hilfeleistung eine persönliche oder gesellschaftliche Anerkennung, andrerseits auch eine Entwertung. Denn auf lange Sicht entwickelt sich bei ihnen ein Ausgebranntsein, das so genannte Burnout-Syndrom.
Das Gefühl, dem Alkoholkranken zu helfen, kann anfangs das persönliche Selbstwertgefühl steigern, aber später bleibt nur ein Gefühl der Hilflosigkeit. Dieses Verhalten ist unter dem Namen Helfersyndrom bekannt. In Selbsthilfegruppen – Al-Anon –
wird die Alkoholkrankheit als Familienkrankheit gesehen. Der Grund: In der Partnerschaft und in der Familie tragen alle dazu bei, dass die Sucht besteht, und zwar durch Verleugnung der Probleme und der Denkmuster, und natürlich durch das Verhalten der Angehörigen selbst, wodurch die Sucht des betroffenen Alkoholikers stabilisiert und gefördert wird. Partner, die solchen Mechanismen unterliegen, werden auch als Co-Alkoholiker
bezeichnet.
Gesellschaftliche Ursachen
Alkohol ist in vielen Kulturen eine gesellschaftlich anerkannte, einfach und billig zu beschaffende Droge,
deren Konsum in manchen Situationen geradezu erwartet wird. Beispiele sind die „bürgerliche“ Trinkkultur (Wein, Sekt, Whisky) oder das „proletarische“ gemeinsame „Saufen“ von Bier und Schnaps. Die Grenzen sind hier jedoch fließend, so ist beispielsweise das „Feierabendbierchen“ auch in „höheren“ Schichten eine Normalität. Alkohol ist in vielen Nationen in den Alltag integriert. Besonders „trinkfeste“ Männer gelten als bewundernswert männlich und erfahren. Dies erschwert die Auseinandersetzung mit dem Problem und begünstigt
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